In welchem Style sollen wir bauen? Plädoyer für eine ehrliche Synagogenarchitektur

In welchem Style sollen wir bauen?

Anregungen für eine ehrliche Synagogenarchitektur

Hinweis vorweg: Im Glossar finden Sie unter den Stichwörtern „Synagoge“, „Thoralesung“ und „Thorarollen“ Definitionen einiger wichtiger im Artikel verwendeter Begriffe.

Was Sie in dem Bild sehen, dass diesen Artikel begleitet, ist selbstverständlich nicht etwa ein simpler Schuhkarton einer international bekannten Sportartikelfirma aus Herzogenaurach, wie der naive Leser vermuten könnte. Es ist das von mir selbst gebastelte prototypische Entwurfsmodell einer modernen Stadtteilsynagoge in Israel und weist alle wesentlichen Elemente dieser architektonischen Gattung auf: Zunächst einmal die typische äußere Form – quadratisch, praktisch, gut. Dann die Rundbogenfenster, denn wenn die Fenster auch quadratisch wären, könnte man es mit einer Tischlerei verwechseln. Oder, wenn es überhaupt keine Fenster hätte, mit einem Hochbunker. Und, besonders originell, das kreisförmige Fenster in der Ecke. Denn immer noch gilt die goldene Regel :„Wenn der Architekt nichts weiß, malt er einen Kreis“.

Dies wäre die eine, hundertfach gebaute prototypische Lösung der „Bauaufgabe Synagoge“. Der Gegenpol zum israelischen Schuhkarton wären die in den letzten 30 Jahren in Deutschland entstandenen Synagogen. Diese beiden Extreme will ich etwas eingehender betrachten, bevor ich einen eigenen Vorschlag für eine „ehrliche Synagogenarchitektur“ unterbreite.

In welchem Style sollen wir bauen?

In welchem Style sollen wir bauen? So der Titel einer architekturtheoretischen Schrift von Heinrích Hübsch, 1828 erschienen, die mit Synagogen eigentlich nichts zu tun hat, aber gerne im Zusammenhang mit architekturhistorischen Erörterungen zum Synagogenbau zitiert wird, da sich der passende Stil für den Synagogenbau nie so recht finden ließ: Vor der Emanzipation konnten die Juden froh sein, wenn sie überhaupt eine Synagoge bauen durften, und selbst wenn, war die Gestaltung eher nebensächlich: Der Stil, die Architektur, waren irrelevant. Nach der Emanzipation, die architekturhistorisch in die Epoche des „Historismus“ fiel, waren die (meist nicht selbst jüdischen) Architekten unsicher, welcher Stil denn der richtige sei. So kirchlich wie möglich, also neoromanisch oder neogotisch, um sich als gleichberechtigte „deutsch-jüdische Kirche“ zu etablieren? Oder mit maurischen und ägyptisierenden Versatzstücken, als dezenter Hinweis auf die orientalische Herkunft der Juden? Oder gleich alles zu einem eklektizistischen Stilsalat gemischt? Die Frage nach dem richtigen Stil zeigt: Es ging zumindest nicht nur darum, einen passenden Rahmen für die synagogalen Aktivitäten der jüdischen Gemeinden zu schaffen, sondern auch darum, sich selbst und der nichtjüdischen Umwelt gegenüber ein Statement zu machen.

Der Kunsthistoriker Hans Sedlmayr bezeichnete in seinem Buch „Verlust der Mitte“ die Architektur des Historismus als „unaufrichtig, unecht, berechnet, vorgeschützt“. Und was ist mit dem Synagogenbau unserer Zeit, ist er „aufrichtig“, ist er „echt“?

Israel: Schuhkartons mit Rundbogen-Aluminium-Sprossenfenstern…

Zur Beantwortung dieser Frage will ich zunächst die Synagogenarchitektur in Israel betrachten. Hier werden die Synagogen vorwiegend aus eigenen Kräften, also Spenden der Gemeindemitglieder und privaten Fördermitteln und mit nur wenig staatlicher Unterstützung erbaut. Das höchste, was an kommunaler Unterstützung erwartet werden kann, ist die kostenlose Vergabe eines mehr oder weniger geeigneten Bauplatzes. Meist eher weniger: Fast alle Synagogen auf städtischen Grundstücken in meinem Wohnort (Modiin Illit) wurden als Überbauung von Kindergärten oder anderen kommunalen Bauten errichtet, oder auf Kosten von Parkplätzen und Grünanlagen.

Die Folge sind häufig billige Bauten mit belangloser Architektur. Dies ist insofern schade, da gute Architektur auch mit kleinen Etats möglich ist. Geld hat fast nichts mit dem zu tun, was eine saubere Planung ausmacht: Der Wechselwirkung der einzelnen Baukuben unter sich und mit der städtebaulichen Umgebung, einer interessanten Fassadengestaltung, dem Spiel mit Licht und Schatten, Ein- und Ausblicken und der Planung eines durchdachten Grundrisses auf Grundlage eines vernünftigen Raumprogramms. Und auch mit einfachen Materialien ist eine Verwirklichung ansprechender und funktioneller Details realisierbar. Aber dafür bräuchte man gute Architekten, und derer gibt es wenige. Ein Stararchitekt, der nur mit einem Staretat ein spektakuläres Bauwerk hinbekommt, ist noch lange kein guter Architekt. Stattdessen werden also Schuhkartons mit Rundbogenfenstern und Jerusalem-Kalkstein-Verkleidung gebaut, und es wird mit nicht materialgerechten Versatzstücken der „guten alten Zeit“ gespielt: Rundbogen-Aluminium-Sprossenfenster, Gipsbauplattengewölbe in Kombination mit Akustikdecken, Plastikkronleuchtern (natürlich mit LED-Kerzen), und Gestühl aus Holzimitat. Damit soll, wie ich es verschiedentlich von den dafür Verantwortlichen hörte, die ununterbrochene Traditionskette symbolisiert werden. Es ist ist dieselbe Thora, die wir vor über 3000 Jahren empfangen haben. Nur dass der alte Moses sie damals auf steinernen Tafeln erhielt, heute wären sie aus Silikon.

Ist das „aufrichtig“, ist das „echt“? Wohl kaum.

…Deutschland: Denkmäler der Vergangenheitsvergewältigung

Als Einleitung zur Betrachtung der Synagogenarchitektur der letzten 30 Jahre in Deutschland zunächst einmal eine kleine und sehr erhellende Kostenanalyse:

Der typische Etat des Neubaus einer Synagoge in einer kleineren bis mittleren deutschen Großstadt: 6 Mio. € für eine Synagoge, die, aufs Jahr verteilt, für insgesamt 100 Stunden von durchschnittlich 25 Personen genutzt wird. Also: 2.400€ je Nutzerjahrstunde. In Israel reicht dieselbe Summe für eine Synagoge mit mehreren Sälen, in denen die ganze Woche über die drei täglichen Gebete stattfinden. Insgesamt ca. 2000 Stunden mit durchschnittlich 50 Betern, also: ca. 60€ je Nutzerjahrstunde. Eine deutsche Synagoge ist also 40-mal teurer als eine israelische. Nun ist dieser Vergleich zugegebenermaßen nicht ganz seriös, zeigt aber doch eines deutlich: In Israel geht es um Funktionalität und Rentabilität (soviel „Synagoge“ wie möglich für so wenig Geld wie nötig, oder soviel wie nötig für so wenig Geld wie möglich). In Deutschland geht es nicht um die „Synagoge“ als solche, sondern um das, was sie symbolisiert: Das angeblich blühende jüdische Leben in Deutschland als Beweis der gelungen Vergangenheitsvergewältigung (was ich mit diesem von mir erfundenen Begriff meine, will ich gelegentlich in einem separaten Artikel erläutern). Daher ist auch die Architektur nicht synagogal, sondern symbolistisch. Der Vorreiter war das 1986 eingeweihte jüdische Gemeindezentrum in Frankfurt.Eine schmale steinerne Nachbildung der Mosaischen Gesetzestafeln neben dem Haupteingang ist von langen und tiefen Rissen durchzogen; diese sollen die Brüchigkeit im Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden andeuten“ (Wikipedia). Symbolik mit dem Vorschlaghammer. Das eigentlich Symbolische ist nicht der „Riß“, sondern das hiermit die jüdische Identität definiert wird. Symbolik also soll die fast hoffnungslose innere Leere und Erstarrung des jüdischen Lebens in Deutschland überspielen. Umso billiger die Symbolik, desto teurer die Bauten: Edle Materialien und aufgeblähte Raumprogramme machen es den Architekten leicht, ihre Architektur, wenn sie schon nicht gut ist, wenigstens gut aussehen zu lassen. Was nicht heissen soll, dass diese Bauten nicht durchaus interessant und originell sind und auch jede Stadtrundfahrt um einen weitere, leicht exotische Attraktion bereichern werden. Aber dies sind nicht die Tugenden, die eine moderne Synagogen definieren sollten.

Das Ergebnis allerorten: Eine das angebliche neue Selbstverständnis und Selbstbewusstsein und Selbstwasweißich der Juden in Deutschland demonstrierende post-postmoderne Symbolistik.

Bei Hermann Zvi Gutmann in den 1950/60er- Jahren war es noch eine einfache Parabel als Form des Synagogenraums, mit der die Unendlichkeit symbolisiert werden sollte: „Als Symbol (des menschlichen Strebens), welches in seiner Spitze auf den Widerstand menschlich begrenzten Strebens gegen g´ttliche Unendlichkeit zeigt, sehe ich die Parabel an.“ (Vom Tempel zum Gemeindezentrum, S. 11). In Chemnitz hat sich diese einige Jahrzehnte später verdoppelt- zur Ellipse. Vielleicht soll damit angedeutet werden, dass sich im Rahmen des allgemeinen Fortschritts und stetigen Wirtschaftswachstums auch die Unendlichkeit verdoppelt hat? Auch in Hameln übrigens ein Ellipse. Die ovale Form soll „an das Ei als Symbol des Lebens“ erinnern (Süddeutsche Zeitung, 29.11.2013, S. 36). Das Ei als Symbol des Lebens ist eine heidnische Idee, die im Osterei alljährlich aufersteht. Im Judentum dagegen ist das Ei Symbol des Lebenszyklus, damit auch des Todes, und daher traditionelle erste Speise der Trauerenden nach einem Begräbnis. Somit eine, für das Judentum in Deutschland sehr passende, Sepulkralsymbolik. In Dresden durfte es ein schicker Hochbunker sein, der Assoziationen an das Tempelhaus wecken soll. Der daraus entstehende viel zu hohe Synagogensaal erinnert an eine dunkle, kalte Trauerhalle. Soll dies Kontinuität demonstrieren, da die Dresdner Synagoge vorher (passenderweise) in der Trauerhalle des jüdischen Friedhofs untergebracht war? Schnicke Hochbunker übrigens auch in München und Magdeburg. In München sogar mit Jerusalem-Kalkstein verkleidet, wie fast jede Synagoge in Israel. In Duisburg sollen schmutzige Sichtbetonstützen -immerhin schön, dass man 1999 wieder mit diesem lange verpönten Material bauen durfte- ein aufgefächertes Buch symbolisieren. Die eigentliche Synagoge ist dabei so geschickt versteckt, dass sie kaum erkennbar ist. Dies war vom säkularen israelischen Architekten auch so beabsichtigt, da er israelischen Volkstanz für ein jüdisches Gemeindezentrum für wichtiger hält als die Synagoge. In Mainz soll uns das angeblich Schofar-förmige Dach den Bau als Synagoge erkenntlich machen. Wissen Sie, was ein Schofar ist? Das Widderhorn, auf dem zu Rosch haSchana, dem jüdischen Neujahr, geblasen wird. Es sieht definitiv anders aus als der Synagogensaal, dessen dekonstruktivistische Form aber vielleicht doch eine ganz passende Parabel für das ziemlich de- oder diskonstruktive Judentum in Deutschland ist.

Die ideologische Fundierung dieser Architektur wird von Salomom Korn aufschlußreich zusammengefasst („Architektur der Ambivalenz“, Süddeutsche Zeitung 09.11.2006, S.13):

Wie die „Latenzzeit des Schweigens“ in Deutschland nach 1945 eine unvoreingenommene Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit lange erschwerte, so hat es Jahrzehnte gedauert, bis das Thema der Zerstörung jüdischen Lebens und jüdischer Gotteshäuser in Deutschland gestalterisch Eingang in die moderne Synagogenarchitektur fand. Das Motiv der Fragilität und Stabilität, des Provisoriums und der Dauerhaftigkeit – jene Pole, zwischen denen jüdisches Leben in Deutschland nach wie vor schwankt – findet sich zum ersten Mal gestalterisch überzeugend in der am 9. November 2001 eingeweihten Synagoge Dresden umgesetzt…Was sich bereits in Dresden abzeichnete, wird in München unübersehbar sein: obwohl Teil einer Gebäudegruppe, ist die Synagoge zu einem, den sie umgebenden Stadtraum beherrschenden Stadtraum beherrschenden Monument geworden – Ausdruck eines neuen Selbstbewußtseins, das jüdische Präsenz in München, nicht zuletzt durch Zuwanderung neuer Gemeindemitglieder aus Osteuropa, unaufdringlich, aber unverkennbar zeigt: gleichsam antinomisch fügt sich der Synagogenbaukörper in die umgehende Bebauung ein – und sperrt sich gleichzeitig dagegen. Die architektonische Qualität dieses Sakralbaus liegt vornehmlich im Kontrast zwischen massivem tempelartigen Sockelgeschoss und filigranem gläsernen Aufbau. Damit wird auf baukünstlerischer Ebene die Ambivalenz deutsch-jüdischer Nachkriegsgeschichte, das Schwanken zwischen Provisorium und Dauerhaftigkeit spannungsvoll in der Schwebe gehalten – eine überzeugende bauliche Metapher, in der die Hoffnung auf eine Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland in all seiner Widersprüchlickeit angemessen aufgehoben bleibt. Doch beinhaltet diese Architektur mehr als das Wechselspiel zwischen Fragilität und Stabilität: Darüberhinaus ist sie Sinnbild einer aus der Materie sich lösenden Vergeistigung des Menschen gegenüber seiner ursprünglichen, kreatürlich-triebhaften Natur, des Weges vom Dunkel ins Helle, von der Unmündigkeit zur Aufklärung, von der Barbarei zur Menschlichkeit. Vor allem nachts wird dieser monumentale Sakralbau mit dunklem, klagemauerartigem Steinsockel und von innen her hell erleuchtetem gläsernen Aufbau als materialisierte Umsetzung des Ausspruchs „Es werde Licht“ erscheinen. Dann strahlt gleich dem Licht der Tora – dem Licht göttlicher Lehre – der obere, in eine trigonale Tragwerksstruktur gefasste transluzente Glaskörper der Synagoge in die Nacht hinaus und erhellt die sie umgebende Dunkelheit wie ein funkelnder Quell der Hoffnung und der Zuversicht.

Langer Rede kurzer Sinn: Eine Synagoge in Deutschland ist nicht etwa ein Ort, wo sich Juden zum Gemeindegebet und Thoralernen versammeln (kein Wort davon in Korns Artikel), dafür würde ein Bruchteil der aufgeblähten Etats ausreichen. Nein, sie ist „Symbol“ und „Denkmal“ einer Ideologie, wie das Hermannsdenkmal oder das Marx-Engels-Forum.

Ähnlich formuliert es auch Daniel Killy in seinem Plädoyer für den Wiedeaufbau der Bornplatz-Synagoge in Hamburg (Jüdische Allgemeine, 11.01.2024, S. 8):

Innen wird die neue Bornplatz-Synagoge weit mehr sein als „nur“ ein Gotteshaus“. Sondern was? …ein Ort des Gedenkens, der Bildung und des Zusammenhalts …Wahrzeichen der Weltoffenheit und jüdischen Identität unserer Stadt“

Wann also wird endlich wieder in Deutschland eine Synagoge gebaut, die nicht ein Symbol für irgendetwas ist, sondern einfach nur…eine Synagoge, „aufrichtig“ und „echt“? Ganz nebenbei: Synagogen waren ein frühes Beispiel für „form follows function“ ohne repräsentativen Symbolismus, die „moderne“ symbolistische Synagogenarchitektur ist also faktisch ein Rückschritt.

Was Symbole wirklich sein sollen

Damit soll nicht gesagt sein, dass für Symbolik im Synagogenbau kein Platz ist, Ganz im Gegenteil, die traditionelle Synagogenarchitektur ist voller Symbole. Dies ist darin begründet, dass der Talmud (Traktat Megilla) die Synagoge als „kleines Heiligtum“ bezeichnet, in ihr einen symbolischen Stellvertreter des „großen Heiligtums“, also des Tempels in Jerusalem sieht.

Die Idee des Symbolischen im Judentum würde einen eigenen Artikel rechtfertigen und kann daher hier nur angedeutet werden. Rabbiner S.R. Hirsch (1808-1888) hat in seinen „Grundzügen einer jüdischen Symbolik“ hierzu Grundlegendes geschrieben und bezieht sich darauf vielerorts in seinem Pentateuchkommentar. So z.B. in Bezug auf das Verbot, Göttliches symbolisch (in Bildern oder Statuen) darzustellen (Exodus, S. 219): Wohl wird Symbolisches in unserer Mitte sein, symbolische Darstellungen, symbolische Objekte, symbolische Handlungen, allein – da liegt der schneidende Gegensatz aller jüdischen Symbolik – es soll das nichts sein, dessen der Mensch bedarf, um sich das Göttliche, sondern dessen Gott bedarf, um dem Menschen das von Ihm, Gott, geforderte Menschliche zu vergegenwärtigen.

Das also wäre die Idee der Symbolik in der Synagogenarchitektur: Das Gebet, und zwar insbesondere das Gemeindegebet, symbolisiert den Opferdienst im Tempel (Talmud Brachot). Und die Synagoge als Ort des Gemeindegebets den Tempel selbst, was in verschiedenen, den Bauplan des Tempels symbolisierenden Elementen zum Ausdruck kommt. Nicht in gestalterischen Ideen wohlgemerkt, sondern in konkret genutzten Bauteilen als solchen, wie der Thoralade, dem Vorbeterpult oder dem Almemor (Ort der Thoralesung). Welche Ideen genau hierin zum Ausdruck kommen, die uns das von „G“tt geforderte Menschliche vergegenwärtigen“, kann hier, im Rahmen eines architekturkritischen Artikels, leider nicht erläutert werden.

Der Davidstern“ übrigens, „das“ Symbol des Judentums schlechthin, ohne den keine Synagoge, kein Logo einer auch nur im Entferntesten als jüdisch zu bezeichnenden Institution und auch der Staat Israel nicht auszukommen glauben, entwickelte sich erst seit dem 18. Jahrhundert zu einem vorwiegend als jüdisch empfundenem Symbol und wurde in der Folge von Reformjuden als ein Pendant zum Kreuz verwendet bzw. später von Zionisten als nationales Emblem. Im Gegensatz zur tatsächlichen religiösen Symbolik des Kreuzes hat der Davidstern aber keinerlei spezifisch jüdische Bedeutung. Vielmehr ist er das Gegenteil dessen, was jüdische Symbolik sein sollte, da er das Judentum auf ein an sich inhaltsleeres Symbol reduziert. Es darf daher auf ihn im Synagogenbau getrost verzichtet werden.

Leitlinien der traditionellen Bauformen der Synagoge

Bevor ich zu meinem eigentlichen Anliegen komme, meine Vorschläge für eine zeitgemäße, ehrliche, aufrichtige und echte Synagogenarchitektur vorzustellen, ist zunächst eine kurze Beschreibung der traditionellen Bauformen der Synagoge sinnvoll, da ich diese auch als Grundlage des modernen Synagogenbaus betrachte. In echter Kontinituität also, im Gegensatz zur israelischen Versatzstückarchitektur.

Diese traditionellen Bauformen bildeten sich in der Spätantike aus und schufen einen über Jahrhunderte in allen Gemeinden der jüdischen Diaspora, von Deutschland bis Jemen, von Marokko bis Litauen einheitlichen Bautypus. Die einzelnen Elemente dieses Bautypus basieren auf den Quellen der jüdischen religionsgesetzlichen Literatur. Erst die assimilatorischen Tendenzen seit dem 18. und insbesondere des 19. Jahrhunderts schufen, zunächst in Europa, und später teils auch unter orientalischen Juden allmählich einen neuen, „kirchlichen“, Bautypus.

Gerade im süddeutschen Raum wurden bis ins 19. Jahrhundert eine Vielzahl von Synagogen in einer besonderen regionalen Ausprägung dieser traditionellen Bauformen errichtet. Obwohl die Gestaltung dieser Synagogen sich aus einer Vielzahl einzelner Elemente zusammensetzt, lassen sich insbesondere acht „Indikatoren“ feststellen, die mehr als andere diesen Bautypus charakterisieren:

1. Eingang von Süden oder Norden (seitlich) und nicht von Westen, gegenüber der Thoralade (Aron hakodesch).

2. Vertiefung des Synagogenraums gegenüber dem Eingangsniveau.

3. Frauenabteilung meist ebenerdig und nur einseitig und nicht auf einer umlaufenden Galerie.

4. Bima (Almemor) als eindeutiger gestalterischer Mittelpunkt und Blickfang (und nicht die Thoralade), oft in Form eines um mehrere Stufen erhöhten Baldachins mit Brüstung und Dach.

5. Platz des Vorbeters nicht besonders hervorgehoben, rechts vor der Thoralade und nicht ihr mittig gegenüber.

6. Sitzordnung vierseitig, eine Reihe um die Außenwände herumlaufend und oftmals ihr gegenüber eine weitere Reihe um den Almemor herumlaufend, auch damit die Zentralstellung der Bima betonend, und nicht in zur Thoralade ausgerichteten Sitzreihen.

7. Große Fensterflächen, da die Synagoge ein heller und einladender Raum sein soll, und da die Beter aus ihren Gebetsbüchern lesen und nicht passiv dem „Konzert“ eines Kantors lauchen sollen.

8. Die Außengestaltung des Baus ist nachrangig. Der gesellschaftlichen Stellung der Juden gemäß war eine aufwändige architektonische Gestaltung und städtebauliche Akzentuierung nicht nur seitens der Behörden nicht gestattet, sondern auch seitens der Juden, die sich nicht exponieren wollten, nicht gewünscht.

Der „synagogale Raumkonflikt“

Ein Gespenst geht um in Synagogenneubauarchitekturdeutschland, das Gespenst des „synagogalen Raumkonflikts“. Erfunden wurde dieser Begriff von Salomon Korn vor einigen Jahrzehnten, und da er so gut klingt, wird er seither von jedem verwendet, der meint, von Synagogenarchitektur etwas zu verstehen.

Was ist mit diesem Begríff gemeint?

Mit Salomon Korns eigenen Worten (Synagogenarchitektur in Deutschland nach 1945, in: Die Architektur der Synagoge, S. 289):

Von seiner exponierten Stellung her „fordert“ der Almemor eher den Zentralraum, während die Ostwandposition des Aron hakodesch durch ein Langhaus betont werden kann. Dem (ideellen) „Konflikt“ zwischen Almemor und Aron hakodesch entspricht auf architektonisch-räumlicher Ebene der Konflikt zwischen Zentralität und Longitudinalität…Die (äußere) Architektur der Synagoge ist austauschbar – das (innere) bipolare räumliche Prinzip, die „synagogale Raumantinomie“, ist es nicht! Solange dieses Prinzip gewahrt bleibt, bewahrt das jüdische Gotteshaus gegenüber Sakralbauten anderer Religionen seinen spezifischen, originären Charakter trotz aller austauschbaren Architekturformen und Stilhüllen.

Zusammengefasst: durch die Stellung des Almemors (Bima) in der Mitte einerseits, und des Aron hakodesch an der Ostwand andererseits, entsteht der „Raumkonflikt“, der der Synagoge ihren originären Charakter verleiht.

Bereits 60 Jahre vor Salomon Korn formulierte der Hamburger Rabbiner Joseph Carlebach dieselbe Idee in etwas anderer Form (Die Architektur der Synagoge, in: Jeschurun Heft 3/4 1929, S. 116):

Hier liegt das architektonische Problem der Synagoge, ihr doppeltes Gesicht, ihr einzigartiger Charakter. Sie ist Längs- und Zentralbau zugleich; zwei widersprechende Forderungen kämpfen in ihr um Verwirklichung. Es ist ein dauernder Wettstreit zwischen Oraun und Almemor. Die Synthese beider Charaktere ist die eigentliche Aufgabe; ideale Welt und Überwelt, heilige Gemeinde und Gott, Ratio und Mystik, Immanenz und Transzendenz zu vereinen…

Aber im Gegensatz zu Korn hält Rabbiner Carlebach diesen Konflikt nicht für geradezu originär und bewußt ungelöst, sondern für „lösbar“ (S. 117): Wenn man die Frage aufwirft: Welchen von beiden Symbolen gehört der größere Nachdruck, so fällt die Entscheidung für den Almemor. Alle die berühmten Synagogen des Mittelalters zeigen gleicherweise das Übergewicht des Almemors…

Jeder, der sich ernsthaft mit der Geschichte der Synagogenarchitektur in Europa und andernorts beschäftigt hat, kann dem nur zustimmen. Es mag durch die Gebetsrichtung gegen Jerusalem eine funktionale Axialität geben, aber ebenso, druch die Thoralesung, eine funktionale Zentralität, der in fast allen Synagogen bis zum 19. Jahrhundert der Vorrang gegeben wird, so dass durch die architektonische Betonung der Raummitte eine ideologische Zentralität entsteht. Stets ist der Almemor aufwändiger gestaltet als der Aron hakodesch und „fällt ins Auge“, und die Sitzordnung ist, wie erwähnt, vierseitig umlaufend auf den Almemor ausgerichtet. Der „synagogale Raumkonflikt“ entstand erst dadaurch, dass im 19. Jahrhundert in Deutschland die Sitzordnung „verkirchlicht“, auf den Aron hakodesch ausgerichtet wurde, und der Almemor (zumindest in orthodoxen Synagogen) als „Störenfried“ in der Raummitte verblieb. Logische Folge war, dass die Gestaltung des Aron hakodesch immer aufwändiger wurde; auf Kosten des Almemor, der immer kleiner und niedriger wurde, um nicht zu stören.

Nur ganz nebenbei: Das eigentliche Problem ist nicht der „Raumkonflikt“, sondern die Beeinträchtigung der internen Sichtbeziehungen (der Beter untereinander, und in Richtung Vorbeter und Heilige Lade) durch einen großen Almemor.

Ideen für eine zeitgemäße und ehrliche Synagogenarchitektur

Zusammengefasst: Sowohl die israelische als auch die deutsche Lösung der „Bauaufgabe Synagoge“ sind unpassend und unehrlich.

Und damit kommen wir zurück zur Frage, mit der ich diesen Artikel begonnen habe: In welchem Style sollen wir bauen? Die Antwort ist meines Erachtens höchst einfach: In einer zeitgemäßen Interpretation der traditionellen Bauformen. In zeitgemäßen Formen also, aber inhaltlich nicht viel anders als die guten Beispiele alter Synagogen vor der Emanzipation. Es gibt keinen Grund, die traditionellen Bauformen zu reformieren. Denn Synagogen und Gemeindehäuser haben eben immer noch denselben Zweck wie mindestens seit der Zerstörung des zweiten Tempels vor bald 2000 Jahren: Ein Ort jüdischen Gebets, Lernens und Lebens zu sein. Und haben diese ihre Aufgabe über Jahrhunderte aufs Beste erfüllt. Never change a winning team.

Unaufgeregt, unprätentiös anstatt marktschreierisch selbstbewußt. Würdig, aber nicht schwer. Lichtdurchflutet und heiter. Ruhig und innerlich: Der Raum soll als Gebetsort dienen, nicht als neueste Sehenswürdigkeit. Mit einem angemessenem Raumprogramm, in dessen Mittelpunkt die eigentliche Synagoge steht. Mit einer die Funktion wiederspiegelnden Formensprache anstatt diese mit symbolistischen Anspielungen zu verdecken. Mit guter Detailarbeit statt mit teuren Materialien und inhaltsleeren Rauminszenierungen zu protzen. Es gibt so viele Ausstattungselemente und planerische Details, die funktional und gestalterisch geplant werden sollten: Das Gestühl (in den neueren Bauten oft ein gutes Beispiel von Gestaltungswut auf Kosten der Funktionalität), das Licht (in manchen der neuen Synagoge „museal“, wobei nicht klar ist, ob die Synagogen oder die ihr befindliochen Juden das Exponat sind), die Verbindungswege zwischen Eingang – Sitzplätzen – Almemor – Heiliger Lade, die Sichtbeziehungen innerhalb des Raums, der Almemor und die Heilige Lade selbst und vieles mehr. Und, wie erwähnt: Der vielbeschworene „synagogale Raumkonflikt“ sollte auch in einer modernen, die traditionellen Bauformen weiterentwickelnden Synagoge kein Thema sein. Das dominierende Element ist der Almemor in der Mitte des Saals, betont durch die auf ihn ausgerichteten Anordnung der Sitze.

In welchem Style also sollen wir Synagogen bauen? Die Verpackung ist egal, aber der Inhalt immer: ehrlich, aufrichtig, echt! Synagogen zum gemeinsamen Beten und Lernen anstatt repräsentativer Symbolistik.

Hinweis: In den Dokumenten habe ich drei von mir auf Hebräisch verfasste Artikel zu halachischen Aspekten der Synagogenarchitektur zur Verfügung gestellt, die zuerst im vom Machon Moreschet Aschkenas herausgegebenen Jahrbuch „Jeruschateinu“ veröffentlicht wurden.

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