Wir über uns - Hintergrund, Idee, Anspruch

Eigentlich hätte diese Seite leer bleiben sollen, denn – “Uns“ gibt es noch gar nicht, sondern nur „mich“ (Mordechai Doerfer). Es ist meine private Idee und Initiative, und auch bislang von mir alleine finanziert. Aber natürlich gibt es dann doch einige Personen, die mir helfen, diese Homepage zu betreiben, und auch einige Freunde, mit denen ich für diese Website relevantes Material lerne und die daher auch einen Anteil haben. Und natürlich meine Frau, mit der ich über vieles diskutiere und die mich selbstredend auch sonst in jeder erdenklichen Weise unterstützt (und ich sie ebenfalls, keine Sorge). Daher ist es das „wir“ also nicht gelogen, aber dennoch will ich auch auf diesem Wege alle Interessierten dazu einladen, mir ganze Artikel oder auch nur Material und Quellen zu schicken und konstruktive Kritik zu üben. 

Nach dieser Einleitung ein paar Worte „ich über mich“: Aufgewachsen bin ich Deutschland, lebe aber seit über 20 Jahren in Israel. Das Judentum wurde mir zwar in die Wiege gelegt, aber als Lebensweg habe ich es erst als junger Erwachsener entdeckt, und mein langjähriges Thoralernen 2023 mit der „Smicha“ nicht abgeschlossen (das Thorastudium ist niemals abgeschlossen, sondern wird nur immer tiefer, breiter und spannender), aber „gekrönt“. Daneben habe ich auch in Israel meinen erlernten Beruf (Architekt) weiter ausgeübt (spezialisiert u.a. auf die Planung von Synagogen und Mikwaot).  

Wichtiger als diese biografischen Daten: Was ich will und warum ich diese Website eingerichtet habe.  

Wozu eine weitere Thora-Website? 

Denn natürlich gibt es auch andere deutschsprachige Websites, die das Judentum aus traditionell-orthodoxer Sicht darstellen. Einige von diesen habe ich in der Link-Sammlung aufgelistet (Hinweise auf weitere werde ich gerne berücksichtigen). Und in anderen Sprachen, insbesondere Hebräisch und Englisch, aber auch Französisch, Spanisch und Russisch, gibt es noch viel mehr. Wozu also eine weitere Website? Darauf gibt es im wesentlichen zwei Antworten:  

1)…wegen der Sprache 

Zunächst einmal: Wenn jemand deutschsprachige Informationen, Quellen und Materialien zu traditionell-orthodoxen Themen sucht, dann wohl meist deshalb, weil ihm das Deutsche geläufiger und bequemer ist als andere Sprachen. Und dann hat er es auch verdient, dass seine Suche mit deutschsprachigen Inhalten auf einem hohen sprachlichen Niveau belohnt wird. Bei all den anderen Websites ist das leider nicht der Fall, die Muttersprache der für diese Verantwortlichen ist meist Englisch oder Russisch, jedenfalls aber nicht Deutsch – und dann kann der Inhalt noch so hochwertig sein, aber die mangelhafte Verpackung macht es schwierig, den Inhalt ernstzunehmen und “gut zu verdauen”. Vor Jahren, als ich schon in Israel lebte, hatte ich das Vergnügen, einige Male den Schabbat in der damals gerade erst gegründeten Jeschiwa in Berlin zu verbringen. Wenigstens einmal an jedem Schabbat sprach Rabbi J. Spinner zu den Studenten. Und zwar auf Deutsch, dass er auch damals schon gut beherrschte, und sein Dwar Thora war stets interessant und gut dargestellt. Aber das letzte Mal, als ich dort zu Besuch war, sprach er plötzlich auf Englisch- und das war wirklich eine andere Liga, einfach überwältigend tief und dennoch verständlich! Ich fragte ihn anschließend, warum er dieses Mal auf Englisch gesprochen habe, und seine Antwort war ganz simpel: Auf Deutsch verstehen mich alle, aber ich fahre nur mit 50% Gas; auf Englisch kann ich 100% geben, und ich hoffe, dass die Studenten wenigstens 80% verstehen und somit im Endeffekt alle einen Nutzen davon haben. Dies also ist der erste Grund, diese neue Website ins Netz zu stellen. Besonders erwähnen will ich in diesem Zusammenhang noch die sehr gute Website „Judentum.online“ unter der Verantwortung von Rabbiner Evers, der im Gegensatz zu mir eine echte halachische Authorität ist und dessen Artikel (und die der anderen Autoren) es sich stets zu lesen lohnt – die aber leider auch unter dem Problem leben, vorwiegend nicht von Muttersprachlern geschrieben zu sein.  

2)…wegen der Inhalte 

Die zweite Antwort hat nichts mit der Sprache zu tun, sondern ist inhaltlicher Natur. Unser Name „Lebendige Thora“ ist Programm. Es ist eine nicht ganz wörtliche, aber sinngemäße Übersetzung des hebräischen חיים תורת) Thorat Chajim), wobei die wörtliche Übersetzung wäre: Lehre (Thora) des Lebens. Gemeint ist aber dasselbe.  

Es ist unsere Überzeugung, dass die Thora ewig, aktuell und relevant ist, wobei das eine auf dem andern aufbaut: Relevant ist sie nur, wenn sie auch aktuell ist. Und aktuell ist sie nur, wenn sie ewig ist – denn warum sonst sollte eine mehrere tausende Jahre alte Lehre nicht nur als intellektuelle Spielerei, sondern als Richtschnur aller Aspekte des täglichen Lebens gelernt und weitergegeben werden. Diese Website will daher nicht nette und interessante „Gedanken zum Wochenabschnitt“ verbreiten, die aber für unserem Leben und dessen Probleme nichts konkretes anzubieten haben, sondern die absolute Aktualität, Relevanz und Ewigkeit der Thora in allen Lebensbereichen in einer konkreten Art und Weise aufzeigen. In erster Linie für Juden, aber auch als eine „universelle Ethik“ für die ganze Menschheit. Dabei sollen auch über solche Themen gesprochen werden, die aktuell viel diskutiert werden, aber vielen Thora-Websites anscheinend „zu heiß“ sind, da sie dort fast keine Erwähnung finden: Themen wie Antisemitismus und Antizionismus werden zwar in der „säkularen“ Welt viel diskutiert, aber nicht aus Sicht der Thora. Sexualität ist ein weiteres Thema, zu dem die Thora viel zu sagen hat, und das viel differenzierter als die Meisten denken. Und auch ein Thema wie der Krieg in der Ukraine hätte es verdient, aus jüdischer Sicht (d.h. aus der Sicht derjenigen, die über Jahrhunderte immer wieder Opfer des gewalttätigen ukrainischen Judenhasses waren) ein wenig eingehender betrachtet zu werden.  

Never change a winning team  

Wir brauchen uns nicht dafür zu entschuldigen, dass wir thoratreue Juden sind. Im Gegensatz zu anderen Völkern, Religionen und Ideologien, die entstehen und wieder verschwinden, sind wir seit bald 4000 Jahren kontinuierlich präsent. Die äußeren Umstände haben sich vielfach verändert, aber die Werkzeuge, mit ihnen umzugehen, sind immer die gleichen geblieben: Leben im Sinne der Thora und Gottvertrauen. Daher sollten wir uns auch nicht in defensiver Apologetik üben, sondern unsere unveränderlichen Werte offensiv vertreten. Und wir haben auch nichts zu verschweigen. Das thoratreue Judentum ist keine Sekte, die den „Eingeweihten“ alle Geheimnisse verrät und den „Ungläubigen“ eine Mogelpackung verkauft. Wem es nicht passt, was wir zu sagen haben, der darf uns fundamentalistisch, rassistisch oder chauvinistisch nennen und was dergleichen schöne Titulierungen mehr sind. Er beweist damit nur, dass er nicht weiß, was Fundamentalismus, Rassismus und Chauvinismus sind. Er will nicht zuhören, sondern will nur seine reflexartigen Vorurteile bestätigt haben, und sagt damit mehr über sich selbst aus als über die Thora.

Und außerdem: „Lebendige Thora“ soll mehr sein als nur eine Website! Soweit sind wir zwar lange noch nicht, aber „Lebendige Thora“ soll mehr sein als nur eine Website: Unser Ziel ist, uns weiterzuentwickeln zu einem Projekt, dass in vielfältiger Weise die Interessen der kleinen Minderheit thoratreuer Juden in Deutschland vertritt und verteidigt.

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